Sterbende begleiten lernen
- das Celler Modell zur Vorbereitung Ehrenamtlicher in der SterbebegleitungDas Celler Modell dient der Vorbereitung ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen auf die Hospizarbeit. Es beinhaltet ein umfassendes handwerkliches, persönliches und praktisches Lernen im Blick auf die Begleitung Schwerkranker und Sterbender.
Die Trainings bestehen jeweils aus einem Grund- und einem Vertiefungskurs, die nur zusammen belegt werden können. Das Gemeindekolleg bietet die Kurse mehrfach im Jahr an verschiedenen Orten an.
Das bisherige Projekt „Verlass mich nicht, wenn ich schwach werde“ - Sterbende begleiten - Seelsorge der Gemeinde ist in den letzten Jahren völlig überarbeitet worden. Dabei bleibt die Grundstruktur des Projektes bestehen, viele Inhalte und Abläufe sowie das gesamte Material sind jedoch grundlegend überarbeitet worden. Das neue Material - wie auch die Kurse - werden künftig unter dem Titel Sterbende begleiten lernen - das Celler Modell zur Vorbereitung Ehrenamtlicher in der Hospizarbeit angeboten. Der Kurs erfüllt die heutigen gesetzlichen Standards und entspricht den entsprechenden Empfehlungen des Bundesministeriums für Soziales in diesem Bereich.
Die Kurse des Gemeindekollegs sind Multiplikatorenkurse. Sie schulen Leitungsteams von Hospizgruppen darin, Gruppen von Ehrenamtlichen auf die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen vorzubereiten. Dabei orientiert sich der Grundkurs an der biblischen Emmausgeschichte und übt in 8 Schritten seelsorgerliches Verhalten ein. Der Vertiefungskurs korrespondiert mit der biblischen Geschichte von der Heilung des Gelähmten und vertieft am Lebensende auftauchenden Themen in Hinsicht auf die eigene Person und ihre Geschichte.
Beide Kurse dienen einerseits dem eigenen Erleben und der eigenen Auseinandersetzung mit den Inhalten des Kurses, andererseits werden die Teilnehmenden auf die Vermittlung eben dieser Inhalte in den Kursen für Ehrenamtliche vor Ort vorbereitet.
Die Struktur des Projektes:
- Das Leitungsteam besteht jeweils aus zwei Personen, von denen eine möglichst auch über theologische Kenntnisse verfügt.
- Das Leitungsteam nimmt an einem zentralen Training (Grund- und Vertiefungskurs) teil. Zwischen beiden Kursen beginnt es mit dem Aufbau einer Gruppe und der Durchführung des Grundkurses vor Ort.
- Der Kurs vor Ort besteht aus Grundkurs, Praktikum und Vertiefungskurs. Das Praktikum umfasst die ersten Praxiserfahrungen in der Begleitung Schwerkranker und Sterbender. Die dabei gemachten Erfahrungen werden in fallbezogener Praxisbegleitung reflektiert.
- Nach Abschluss des gesamten Kurses vor Ort verpflichten sich die Teilnehmenden in der Regel für mindestens ein Jahr zur Begleitung Schwerkranker und Sterbender.
Das Gemeindekolleg veranstaltet jährlich einmal das „Gesamttreffen Sterbende begleiten lernen“. Es dient dem Erfahrungsaustausch und der Fortbildung von Leitungsteams, die Gruppen von Ehrenamtlichen in der Hospizarbeit begleiten und nach dem Celler Modell arbeiten.
Ebenfalls einmal im Jahr bietet das Gemeindekolleg eine "PraxisWerkstatt" an: Wo drückt der Schuh in der heimatlichen Hospizarbeit? Mit der Methode der kollegialen Beratung werden Fragen und Probleme behandelt, die im hospizlichen Alltag und beim Leiten eines Kurses unversehens aufbrechen können.
Als Ergänzung zum Grund- und Vertiefungskurs wird eine weitere Fortbildung für Leitungsteams zum Thema „Trauernden begegnen“ angeboten. Ziel ist es, das Thema Trauer in Hospizgruppen zu bearbeiten und die Ehrenamtlichen in der Hospizarbeit auf die Begegnung mit Trauernden vorzubereiten.
Informationen durch:
Dr. Christoph Burba, Theologischer Referent
Sigrun Röser, Projektassistentin

