Spiritualität im Alltag
7 Schritte als Chance, GOTTESDIENST und LEBEN zu verbindenDie Überschrift lässt es vielleicht erahnen: hier wird eine Veränderung angezeigt. Ein Projekt des Gemeindekollegs bekommt einen neuen Namen. (Warum) muss das sein?
Vielen ist der alte Name „GOTTESDIENST LEBEN“ vertraut. Sie verbinden mit ihm eigene, gute Erfahrungen: Ermutigung zum alltäglichen Christsein; kreativen Umgang mit biblischen Texten; eine „Liturgie“, die lebenstauglich ist; neue Zugänge zum sonntäglichen Gottesdienst, tragende Gemeinschaft auf Zeit ...
In den vergangenen Jahren haben wir aber immer wieder auch die andere Erfahrung gemacht: dass das Projekt ein Weg zur Spiritualität im Alltag sein will, muss man erst erklären. Und das besonders für die, die bei „Gottesdienst“ zuerst (nur) an die Zeit von zehn bis elf Uhr am Sonntagmorgen denken. Sie wundern sich dann, dass das Ganze z.B. nicht in der Kirche stattfindet. „Ich hatte so etwas wie einen alternativen Gottesdienst im Kopf“, heißt es manchmal.
Mit dem neuen Namen ist der alte nicht einfach verschwunden. Er bleibt im Untertitel erhalten. Und wir haben die Hoffnung, dass jetzt auch ohne große Erklärungen deutlicher wird, worum es bei „Spiritualität im Alltag“ geht: um die Verbindung von Gottesdienst und Leben, Sonntag und Alltag. Außerdem sind es jetzt nicht mehr sechs, sondern sieben Schritte: der Segen am Ende soll in Zukunft ausdrücklicher vorkommen. Darauf haben viele, die das Projekt erlebten, Wert gelegt.
Vielleicht macht diese Ankündigung jene neugierig, die „Spiritualität im Alltag“ noch nicht kennen. Und natürlich interessiert uns, was die meinen, die mit dem alten Namen vertraut sind. Ihre Meinung kann gehen an: info@gemeindekolleg.de
Ein Projekt, das Menschen ermutigt und Kirchgemeinden belebt – so könnte man das Unternehmen „Spiritualität im Alltag“ beschreiben:
Eine möglichst gemischte Gruppe – Frauen und Männer, Alte und Junge, „Kircheninsider“ und Neuinteressierte – geht für zehn bis zwölf Abende auf Entdeckung. Wie kommt zusammen, was oft als getrennt erlebt wird: Gott – Welt – Leben – Glauben. Die TeilnehmerInnen teilen ihre alltäglichen Erfahrungen miteinander und bringen sie mit biblischen Texten ins Gespräch. Jeder Abend verläuft nach einer „Liturgie“, die dem Gottesdienst am Sonntag und den Begegnungen im Alltag abgeschaut ist. Dies wird zuerst schrittweise eingeübt und dann gemeinsam praktiziert: Teilnahme als aktive Teilhabe.
Mehr als 150 Kirchengemeinden haben inzwischen „Spiritualität im Alltag“ kennen gelernt. Rückmeldungen:
„Mich überzeugt, dass bei Spiritualität im Alltag kein Thema ausgespart wird, auch nicht die Politik.“
„Bei mir hat sich zuhause fast alles während Spiritualität im Alltag verändert. Das war wie eine Initialzündung.“
„Ich kann mich auf solche Sachen eigentlich gar nicht einlassen, wöchentlich einen Abend und so. Aber Spiritualität im Alltag, das ging gerade so, und es hat sich echt gelohnt.“
Wie es praktisch geht:
„Spiritualität im Alltag“ funktioniert nach dem Schneeball-Prinzip:
- Ein Zweierteam (Pfarrer/in und Ehrenamtliche/r) nimmt an einem Einführungstraining teil und lernt dabei „Spiritualität im Alltag“ theoretisch und praktisch kennen.
- Das Team sammelt zuhause eine Gruppe von ca. 10 Leuten (ein möglichst repräsentativer Querschnitt der Kirchengemeinde) zu einer sog. "Ausbildungsgruppe" für einen ersten Durchgang von „Spiritualität im Alltag“ im Umfang von zehn bis zwölf Wochen.
- Nach einer Pause findet ein zweiter Durchgang von „Spiritualität im Alltag“ statt. Dafür sollte sich die Gruppe zahlenmäßig verdoppeln (sog. „Großgruppe“). Dazu hilft die persönliche Einladung durch die Mitglieder der Ausbildungsgruppe. Die Großgruppe trifft sich ebenfalls an je einem Abend für zehn bis zwölf Wochen.
- Nach dieser Zeit ist das Projekt „Spiritualität im Alltag“ zu Ende. Was Menschen erfahren haben, nehmen sie mit in ihren Alltag. In der Kirchengemeinde wird überlegt, welche Impulse aus „Spiritualität im Alltag“ umgesetzt werden können (im sonntäglichen Gottesdienst, in der Konfirmandenarbeit, im Kirchenvorstand ...).
Informationen durch:
Doris Deutsch, Sekretariat
Dr. Annegret Freund, Leiterin

